Auf Einladung der CVP-Ortspartei Thal-Staad-Altenrhein schilderte Regierungsrat Martin Gehrer am Mittwochabend 3.9.2008 seine ersten Erfahrungen im Amt. Rund 100 Tage sind es, seit Regierungsrat Martin Gehrer sein Amt übernommen hat. Obwohl er am 1. Juni bereits an seinem ersten Arbeitstag im Parlament zur Rechnung Red und Antwort stehen musste, fühlt er sich noch immer in der Phase der Einarbeitung. Die Erfahrungen seiner früheren Tätigkeit erweisen sich für ihn als sehr wertvoll. |
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Veränderte Rolle und neue Regeln
Als Staatssekretär und Leiter der Staatskanzlei sind für Gehrer Regierungsratssitzungen nichts Neues. Jedoch war es für ihn eine Umstellung, im Gremium nicht mehr zu organisieren, zu beraten und zu koordinieren, sondern aktiv seine Meinung einzubringen, seinen Standpunkt zu vertreten und mit seinen Voten die Entscheidung mit zu prägen – eben mitzuregieren und als Entscheidungsträger zu wirken. An diesen Rollenwechsel mussten sich auch die amtierenden Regierungsräte zuerst gewöhnen.
Mit den formellen Abläufen und dem Inhalt vieler laufender Geschäfte bereits bestens vertraut, erleichterte dies seinen Einstieg enorm. Andererseits ist die Erwartung an ihn, bereits alles zu kennen und zu wissen, auch eine Hypothek.
Den Standort St.Gallen fördern
Als Finanzchef des Kantons ist es für Gehrer wichtig, den Standort St.Gallen zu fördern und dessen Attraktivität zu steigern. Steuererleichterungen sind für ihn unerlässlicher Bestandteil dieser Strategie, wobei es gilt, die Entlastungen ausgewogen auf Unternehmen, Familien und Einkommensschwache zu verteilen. Der Anspruch, die Finanzen des Kantons dennoch gesund zu erhalten, macht die Aufgabe des Schatzmeisters entsprechend anspruchsvoll.
720 Millionen Franken müssen in den kommenden Jahren in das Gesundheitswesen investiert werden, so Gehrer. Der Aufschub von Investitionen in der Vergangenheit und das unmissverständliche Votum des Volks zum Erhalt der bestehenden Strukturen, führen zu einer grossen Herausforderung.
Gehrer gab auch ein klares Bekenntnis zur Kantonalbank ab, wobei die Höhe des Engagements des Kantons und eventuelle weitere Teilprivatisierungsschritte für ihn mit Sicherheit Gegenstand künftiger Debatten im Parlament sein dürften. Als Finanzchef den Kanton im Bankrat zu vertreten, ist mit einem sehr hohen Mass an Verantwortung geknüpft.
Darüber, dass dem Kanton im Rahmen des NFA mehr Geld zufliesst, kann sich unser neuer Finanzchef nur bedingt freuen. Obschon es natürlich willkommen ist, höhere Ausgleichszahlungen zu erhalten, belegt diese Tatsache leider nur zu gut, dass der Kanton St.Gallen zu den ressourcenschwächeren Kantonen gehört.
Die anwesenden Gäste, darunter viele CVP-Mandatsträger der Ortspartei, konnten sich überzeugen, mit Herrn Gehrer einen kompetenten, volksnahen und sehr engagierten Vertreter in die Kantonsregierung gewählt zu haben und erhielten einen spannenden Einblick in die Tätigkeit eines Regierungsrats vor und hinter den Kulissen.