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Kantonsratsvorschau der Region Rorschach in Untereggen


Kantonsratsvorschau der Region Rorschach in Untereggen
vom Mittwoch, 29. März 2006

Im Hinblick auf die Frühlingssession des Kantonsrates informierten die CVP Mandatsträger des Wahlkreises, Monika Lehmann, Felicitas Würth, Felix Bischofberger und Thomas Würth in Untereggen über die anstehenden Geschäfte. Die Frühlingssession wird auch als Aufräumsession bezeichnet, in der diverse bereits diskutierte Geschäfte abschliessend behandelt werden, bevor in der Junisession das Präsidium neu bestellt wird.

"Für unsere Regionalspitäler" so lautet eine Initiative, die die Erhaltung aller jetzigen Spitalstandorte mit Grundversorgung verlangt und vermutlich im September zur Abstimmung gelangt. Wenn diese Initiative angenommen würde, wären die ganzen Bemühungen für die Zusammenführung der Spitäler durch Quadriga 2 und die dadurch erzielten Einsparungen umsonst.

Beim Nachtag zum Gesundheitsgesetz geht es um eine Erweiterung des Tabakwerbeverbots. Ziel dieser Vorlage ist es vor allem die Jugend vor den Folgen des Tabakkonsums zu schützen. Die Gegner argumentieren mit der Wirtschaftlichen Freiheit, die hier eingeschränkt wird. In diesem Zusammenhang soll auch die Motion Lehmann/Engeler in die Beratung einbezogen werden. Sie regt ein Verkaufsverbot von Tabak an Minderjährige an, das es in anderen Kantonen bereits gibt.

Im Nachtrag zum Waldgesetz wird die Finanzierung neu geregelt. Künftig sollen die Kosten nach Waldfläche und Einwohnerzahl auf die Gemeinden verteilt werden. Für die Gemeinden in unsere Region wird sich daraus ein Mehraufwand ergeben.

Viele Ausbildungsdiplome werden von den Kantonen ausgestellt und finden oft schon im Nachbarkanton keine Anerkennung. Mit einer Diplomanerkennungsvereinbarung möchten die Kantone diesen Missstand beseitigen. In der heutigen Zeit, wo Mobilität vor allem auch von den Arbeitnehmern verlangt wird, ist es ein wichtiges Anliegen, dass die erlangten Diplome auch Landesweit anerkannt werden. Die Kantone müssen dieser Vereinbarung einzeln zustimmen. Sie tritt erst in Kraft, wenn 17 Kantone zugestimmt haben.

Die Revision des Steuergesetzes war auch an diesem Abend wieder ein Thema. Es ist untrennbar verbunden mit der Frage um die Verwendung der Goldmillionen der Nationalbank. Der Beschluss der Regierung sieht keine Beteiligung der Gemeinden an den Goldmillionen vor. Nachdem von Seiten der Gemeindepräsidenten ein Referendum gegen den Beschluss zur Verwendung des Geldes eingereicht wurde, können wir im Mai an der Urne darüber befinden. Die Gemeinden fordern einen Anteil von 200 Millionen zur Abdämpfung der Steuereinbussen, die durch das revidierte Steuergesetz zu erwarten sind. In der Beratung des Steuergesetzes konnte nun aber eine Kompensation für die Gemeinden von 30 Millionen jährlich ausgehandelt werden. Hier ist aber ein Vorbehalt eingefügt worden. Wenn die Gemeinden die einmalige Zahlung von 200 Millionen erhalten, wird die Kompensation im Steuergesetz gestrichen. Ein klassisches Beispiel dafür, dass man nicht den Fünfer und das Weggli haben kann. In den langen Diskussionen um das Nationalbankgold ist eine treffende Bemerkung gefallen: Wenn das Nationalbankgold aus Eisen wäre, wäre es längst verrostet.

Eine weitere Kantonsrats-Vorschau im Hinblick auf die Junisession findet am 30. Mai in Rorschach statt.

Elisabeth Nagy-Rieser
Böllentretter 17
9323 Steinach



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